Es ist wieder so weit, die dunkle Jahreszeit ist angebrochen. Viele Deutsche leiden in dieser Zeit an der umgangssprachlichen Winterdepression. Betroffene erfahren Symptome, die auch bei einer unipolaren Depression beobachtet werden. Häufig kündigt sich diese durch Niedergeschlagenheit und Melancholie an.

Im Freundes- und Bekanntenkreis wird die Erkrankung oft leichtfertig abgetan. Aber wussten Sie, dass SAD als Störung im Klassifikationssystem der Psychatrie aufgenommen ist? An diesem Standard orientieren sich Psychotherapeuten auf der ganzen Welt.

Die saisonal abhängiger Depression unterscheidet sich vor allem in ihrer Saisonabhängigkeit von bipolaren und unipolaren Störungen. Psychologische Episoden sind an bestimmte Jahreszeiten gebunden. Die Symptome bessern sich meistens im Frühling. Als Hochphase werden von vielen Betroffenen Januar und Februar benannt. Am wenigsten verbreitet sind Symptome in der Sommer-Jahreszeit. Studien aus Amerika zeigen, dass 5 Prozent der Erwachsenen von SAD betroffen sind. Die Symptome treten etwa 40 Prozent des Jahres und eher bei Frauen auf.

Ursachen

Als Auslöser wird die Verschiebung der Tages- und Nachtphasen benannt. Weniger Sonnenstunden im Winter sorgen dafür, dass wir unserer innere Uhr umstellen müssen - Das gelingt manchen besser, anderen schlechter. Geringere Tageslichtphasen senken die Aktivität der Serotoninneuronen im Hypothalamus. Der Hypothalamus ist zum Beispiel für den Schlaf zuständig.

Symptome

Bekannte Symptome kennen wir bereits von der bekannteren Major Depression. Die Intensität der Beschwerden kann von mild bis stark beschrieben werden. Wir haben Dir eine Liste mit den häufigsten Erscheinungen zusammengestellt, die Dir helfen soll dich selbst oder Freunde einzuordnen: 

  1. Gefühl von Traurigkeit oder depressive Stimmung
  2. Verlust an Freude und an üblichen Alltagsaktivitäten und Freizeitbeschäftigungen
  3. Appetitverlust
  4. Schlaflosigkeit oder zu viel Schlaf
  5. Gefühl der Unzulänglichkeit
  6. Leistungsfähigkeit
  7. Energiemangel
  8. Pessimismus
  9. Konzentrationsschwierigkeiten
  10. Vermeidung von Gesellschaft 

Behandlung

Aus den Ursachen leiten sich Behandlungsansätze ab, die die Tageslichtphasen künstlich verlängern. Betroffene werden zum Beispiel durch Tageslichtlampen weißen Licht ausgesetzt. Dieses Licht soll dem Spektrum des natürlichen Sonnenlichts entsprechen. Bei schweren Symptomen der Störung sollte zusätzlich zur Lichttherapie eine medikamentöse Behandlung in Betracht gezogen werden. Dazu kannst Du dich erstmal bei deinem Hausarzt informieren. Dieser wird Dir, wenn nötig, helfen weitere Schritte einzuleiten. 


★ Winterdepression? Checke hier unseren Survival Guide Winterdepression: Der große Tageslichtlampen-Check (Teil 1)