Tagelang im Bett? Keinen Antrieb? - Diese Symptome sind typisch für die klassische Depression oder auch für die Winterdepression, die ich bereits ausführlich in diesem Blog behandelt habe. High Functioning Depression dagegen scheint fast ein Modewort.

High-Functioning Depression äußert sich durch eine Depressive Stimmung, obwohl im Alltag kein Leistungseinbruch zu beobachten ist. 

Unser heutiges Leben ist in vieler Art anders, als noch vor wenigen Jahren. Wir leben in Großstädten, gehen zur Uni und greifen in unserem Jetset-Leben nach den Sternen. Trotzdem bleibt ein Teil in uns unerfüllt. Wir sind nicht direkt depressiv, aber glücklich sind wir auch nicht. Wir hängen zwischen zwei Welten – online und offline - totale Vernetzung und totale Anonymität. Doch trotz aller filmreifen Momente, kommen wir nicht darüber hinweg, dass irgendwas nicht stimmt. Selbst wenn unser Leben perfekt schein – Für einen kleinen Teil in uns, scheint das nicht zu genügen. 

Wenn ich an High-Functioning Depression denke, denke ich an innere Leere. An den Alltag und an eine Schönheit, die ich zwar sehe, aber nicht genießen kann. Ich denke an all meine lächelnden Kommilitonen; und jeder von ihnen könnte an High-Functioning Depression leiden. Es handelt sich nicht um die „typische“ Depression mit all ihren Tiefen. Deswegen frage ich mich: Woran liegt es, dass wir im Alltag perfekt funktionieren, aber trotzdem von Trübsal heimgesucht werden? 

Bei meinen Recherche bin ich auf das DSM 5 Manual gestoßen. Das ist das sogenannte: „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders.“ Hier ist die High-Functioning Depression zwar nicht namentlich aufgeführt, aber der Begriff „Dysthymie“ beschreibt die Störung ziemlich genau.

Dysthymie kommt dabei vom Altgriechischen und heißt übersetzt so viel wie „missmutig." Die Ähnlichkeit zur Beschreibung der High-Functioning Depression springt mir direkt ins Auge.  Dysthymie ist eine langanhaltende depressive Verstimmung. Die Symptome sind weniger ernst aber dafür länger anhaltend, als bei einer klassischen Depression. Die Dysthymie verläuft chronisch – Über Jahre.  

Das Symptombild

  • Energie- und Antriebslosigkeit
  • mangelndes Selbstwertgefühl
  • und besonders spannend: Geringe Kapazität für Freude im täglichen Leben 

Besonders spannend am Krankheitsbild ist der Verlust an Freude. Selbst positiv besetzte Erlebnisse werden wenig euphorisch erlebt. 

Eine Liste der häufigsten Symptome

  1. schwermütige Stimmung oder Pessimismus
  2. Appetitsveränderung
  3. Veränderung des Schlafverhaltens (gestört oder erhöht)
  4. Erschöpfung oder wenig Energie
  5. Probleme im sozialem Umfeld

Ursachen

Die Ursachen konnten bisher nicht eindeutig zugeordnet werden. Jedoch geht man davon aus, dass die Dysthymie einen genetischen Urspruch haben muss. In Famlilienstudien wurde eine Häufung der Störung festgestellt.

Behandlung und Zusammenhang mit Winterdepression

Es ist bekannt, dass depressive Episoden in den Wintermonaten verstärkt auftreten können. Das gilt auch für Formen der High-Functioning Depression oder der Dysthymie. Wie Tages- und Sonnenlicht direkt auf unsere Glückshormone wirken, beschreibe ich ausführlich in meinem Artikel: Winterdepression: Was passiert im Gehirn?.

Viele Ärzte empfehlen auch zur Behandlung verschiedene Formen der Lichttherapie. Um Dich genauer über Lichttherapie-Lampen zu informieren, haben wir Dir einen ausführlichen Vergleich der größten Anbieter zusammengestellt: